Propecia online Clomid Actos
Propecia online Clomid Actos

mexi-mexi-mexiko mexi-mexi-ko!

Mexiko — ein paar verkrampfte Klischees kriegt man zusammen. Montezumas Rache zum Beispiel. Mit dem pazifischen Küstenort Acapulco tut man sich schwerer. Komischerweise war da auch noch nie jemand — zumindest niemand, den ich kenne. Eine vage Vorstellung von Ballermann-Tourismus kommt auf, und etwas unqualifizierte Nostalgie, dass auch da irgendwie früher alles besser war und Conny Froboess genauso gut mit ihrer Badehose statt zum Wannsee oder Lage Maggiore bei “ganzjährigen 27 Grad” an die “16 Kilometer langen Sandstrände” Acapulcos hätte radeln können. Zumal die Textilie damals noch züchtig flitschte. An welchem Strandabschnitt die U.S.-amerikanischen Studentenscharen heute ihre traditionellen Spring Break-Gelage feiern, wird sich vielleicht noch herausstellen. In Schwimmdress (an der Seite von Ursula Andress) tauchte 1963 jedenfalls auch Elvis in der Gegend auf, um sich in einem cineastisch eher unterkomplexen Singstreifen namens “Fun in Acapulco” nicht so sehr durch schauspielerische Leistung zu profilieren, als durch gebräunte, in ansehnlichem Prä-Verfettungszustand befindliche Lenden. Aus naheliegenden Gründen quält vor allem eines der mit Klampfen und Trompeten untermalten Eintagsfliegen: “You Can’t Say No in Acapulco”.

Ja und Amen also.

Nicht nur zu dieser im Moment noch ziemlich willkürlich erscheinenden Location. Auch zu unserer zukünftigen Herberge, dem “Fairmont Acapulco Princess Hotel“. Einer von Golfplätzen, Schwimmbecken und Palmen umgürteten “Aztekenpyramide” mit schlappen tausend Betten. Aztekenpyramide. Sogleich stellen sich Bilder von Mel Gibsons “Apocalypto” ein, mit den abgeschlagenen Köpfen, die — plock-plock-plock — hühüpf — in die Tiefe rollen. Aber das waren ja angeblich die Maya.

Nachdem das Yoga-Training jahrelang im nicht ganz so komfortablen “Headquarter” in Los Angeles abgehalten wurde, die letzten beiden Durchgänge dagegen auf Hawaii, setzt Bikram auch jetzt wieder auf Zuckerbrot und Peitsche. Mit Betonung auf Peitsche. Flamingos streicheln, die Hände in Guacamole baden, Siesta unterm Sombrero — es wird genauso sein wie mit der tropischen Fototapete damals bei meinen Verwandten in ihrer tristen Sechzigerjahre-Neubauküche: direkt vor der Nase, und doch unerreichbar.

March 29, 2008. Geschrieben vom frollein im Reisetagebuch.
No Comments.

zeitschleife

“Es wird natürlich hart werden.”

“Ich habe fünf von neun Wochen nur geheult.”

“Du musst dir immer wieder sagen: es ist endlich.”

Guter Rat von dreien, die es hinter sich haben — das Bikram Yoga Teacher Training. 26 Asanas (Übungen), zweimal täglich, 9 Wochen lang. Mit 300 Leuten. Bei 40 Grad Raumtemperatur. Jeden Tag dasselbe. Immer wieder von vorne.

Wenn wir nicht gerade Yoga machen, sitzen wir im “Seminar” (posture clinic). Und wenn wir nicht im Seminar sitzen, lernen wir den Dialog (auf der Grundlage dieses Texts geben Bikram Yoga-Lehrer im Unterricht ihre Anweisungen). Und wenn wir nicht den Dialog lernen, hören wir bis spätnachts Vorträge zur Anatomie. Oder zu Yoga im allgemeinen. Vorträge, die dafür berüchtigt sind, nach zwei Stunden, nun ja, ganzheitlichen Abschweifens erst anzufangen.

Wann soll man denn da noch an den Strand? Oder sich die Augenbrauen zupfen? Oder essen?

Da will ich also hin: nach Mexiko. Acapulco.

Falsch. Da will ich hin? Oder besser: da muss ich hin. Das Flugticket ist bezahlt. Das Geld (von dem man entspannt eine Reise mit dem Luxuszug durch Indien bestreiten oder sich die Augen lasern lassen könnte) liegt längst auf Bikrams Konto.

Indien ist erstmal Essig. Und die dicke Brille bleibt.

Ich bin angemeldet.

Wer das war, kann ich nicht genau sagen.

Früher konnte ich so etwas meinen Eltern ankreiden. Schatz, wir haben dir einen Klavierlehrer gefunden (Achselschweiß und Straußwalzer). Liebes, du bist jetzt bei den Pfadfindern (im Gleichschritt, marsch). Fräulein, du-setzt-dich-jetzt-auf-den-Hosenboden-und-machst-dein-Abitur. Doch heute kann ich getrost behaupten: die beiden sind unschuldig.

Schweißgeruch, Stechschritt und Schülerschwermut — es kommt alles wieder. Nur, diesmal habe ich’s mir selber eingebrockt.

Ab 6. April wird gelöffelt.

Und Schatz wird wohl auch niemand zu mir sagen.

March 28, 2008. Geschrieben vom frollein im Reisetagebuch.
No Comments.