„Body should be flushed like toilet once a day from all the shit you put into it three or four times a day.“
Es ist fast vorbei. Entspannte Gesichter, Luftmatratzen im Swimmingpool. Die Mädchen bräunen sich für die Graduation am kommenden Freitag. Die verbleibenden sind fast an einer Hand abzuzählen, und bald blicken wir auf 97 Yogaklassen in neun Wochen zurück. Amazing.
Es gibt auch Trainingsopfer zu verzeichnen. Bleiche, verschnupfte Gestalten mit leerem Blick, die Ohren chronisch mit MP3-Playerhörern verstopft, die ihre Flüge umgebucht und nichts so dringend wollen wie nach Hause.
Die Strenge ist von den Bewachern/Lehrern abgefallen, und je näher das Ziel heranrückt, desto familiär scheint es zuzugehen. Alles fühlt sich plötzlich ganz anders an. Erstmals seit acht Wochen stellte sich ein Gefühl von Muße ein, so dass sich die Verfasserin unausgelastet aufs Bett fallen ließ, zur Zimmerdecke blickte und einen Fleck entdeckte. Es war streckenweise an diesem Samstag wenn nicht nichts, doch immerhin nicht unbedingt etwas zu tun. Verwirrend.
Natürlich kann man sich ab jetzt immer mit dem Dialog beschäftigen; ja, mit dem Diaog kann man sich ab sofort immer beschäftigen, bis der Sargdeckel zuklappt. Aber das sahen wohl heute die wenigsten.
Am Donnerstag sollte es nach dem Yoga Kokusnüsse für alle geben, gestiftet vom Hotel. Entsprechend erhoben die Leute Anspruch auf die Kokusnuss und versammelten sich im Abendlicht am Strand. Die Kokusnussbringanlage war jedoch defekt, und wegen ungeklärter logistischer Fragen erreichte nicht jeden eine Nuss. Doch die noble Geste zählt. Am Freitag dafür Pizza für alle. Mit allem. Es war nachgerade unheimlich. Die anschließende, traditionelle und verblüffend professionell aufgezogene „Talentshow“ war zwar mit Meldepflicht verbunden und erreichte Bollywoodlänge, hatte aber eine Bollywood-Tanzeinlage zu bieten, schiefe und gerade Lieder, und noch mehr schiefe und gerade Lieder. Es wurde so getanzt, anders getanzt, und in einem Überbrückungssketch selbstironisch über die orangefarbenen Eimer gelacht. Ja, humorvoll ging es zu, und natürlich laut und ausgelassen und mit Jubelrufen. Erstaunlich, wie viele Konzertpianisten, Unterhaltungspianisten, Alleinunterhalter und Künstler im Allgemeinen unter uns sind. Abgesehen von den vielen Masseuren, Barkeepern, Ex-Junkies, Friseuren, Astronauten und Blondinen. Als wenn uns das noch gar nicht aufgefallen wäre. Amazing.
Wieder einmal nicht funktionierende Magnetkartenschlüssel stellten sich als Prüfung der Woche heraus. Wir möchten den guten alten Schlüssel zurück, den mit dem Bart.
Die Freude darüber, dass es bald vorbei ist, beschränkt sich an dieser Stelle unter anderem darauf, vor allem folgendes nicht mehr tagtäglich in unmittelbarer Gestalt und Nähe erdulden zu müssen:
Orangefarbene Eimer
Dialoggebrabbel aus allen Ecken
Leute unterwegs mit Kopfkissen unter dem Arm
Kollektives Applaudieren wegen allem und nichts
Kollektives Happy Birthday-Singenmüssen
Hässliche Kappen, hässliche Tassen
Klimaanlage
Das Wort „brainfart“. Inflationärer Begriff hauptsächlich zur Beschreibung eines kurzen, wohl blähungsartig auftretenden Denkausfalls beim Aufsagen des Dialogs in der posture clinic.
P.S. Kommt ein Yogi in eine Pizzeria. „Was darf’s sein?“ – „Eine Pizza mit allem, bitte.“
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